Strategische Kommunikation

Strategische Kommunikation

Unternehmens-Kommunikation ist strategisch geplante, widerspruchsfreie Kommunikation, die eine einheitliche Wahrnehmung, ein klares Erscheinungsbild eines Unternehmens bzw. einer Marke ergibt. Für die Vermittlung der Firmenidentität nach innen und außen ist der erste Schritt zum Erfolg das unbedingte Kommitment der Unternehmensführung. Als Basis zur Erstellung eines integrierten Kommunikationskonzeptes dient die Positionierung des Unternehmens. Diese leitet sich aus den Unternehmenszielen und der Unternehmenskultur ab.

Der Unternehmenskommunikation sollte ein Strategiemodell (z.B. nach Porter) zu Grunde liegen und mittels Storytelling für alle KundInnen (extern) und MitarbeiterInnen (intern) erlebbar gemacht werden. Storytelling dient dabei als „roter Faden“, der sich schlüssig durch alle Facetten der „Geschichte“ durchzieht, vergleichbar mit dem Drehbuch einer Serie: Es gibt verschiedene Episoden, Charaktere, Handlungsstränge, unterschiedliche Ansätze, Ebenen, aber es wird immer dieselbe Geschichte erzählt. Unternehmenskommunikation wird zum Produzent, Marketing führt Regie, Werbung übernimmt das Casting (Rollenbesetzung), KundInnen und MitarbeiterInnen werden zu SchauspielerInnen, die die „Story“ (Marke) kommunizieren.

Als zentrale Managementfunktion ist die integrierte Kommunikation ein wichtiges Element der Unternehmensführung, welches intern wie extern zu Förderung von Vertrauen, Identifikation und Reputation beitragen soll. Eine erfolgreiche integrierte Kommunikation ist ein strategischer Wettbewerbsfaktor, mit dem sich ein Unternehmen, eine Nonprofit-Organisation oder eine öffentliche Verwaltung im Markt kommunikativ klar von der Konkurrenz abheben, profilieren und im Markt entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen kann.

Integriertes Kommunikationsmanagement ist ein Managementprozess, der seine Ziele aus der Strategie des Gesamtunternehmens ableitet und bei dem die Kommunikation mit den internen und externen Bezugsgruppen des Unternehmens in abgestimmter Weise geplant, realisiert und kontrolliert wird.

Das Modell des integrierten Kommunikationsmanagements gliedert sich in drei Ebenen:

+ 1. Ebene: Unternehmensstrategischer Rahmen (Unternehmensleitung)
+ 2. Ebene: Strategisches Kommunikationsmanagement (Kommunikationsleitung)
+ 3. Ebene: Operatives Kommunikationsmanagement (Projektleitung)

1. Modellebene: Unternehmensstrategischer Rahmen

Die Entwicklung der Unternehmensstrategie sowie der verschiedenen Teilstrategien geschieht vor dem Hintergrund der Anforderungen und Bedürfnisse, die in den verschiedenen Umfeldern bestehen, in die das Unternehmen eingebettet ist. Diese umfassen in der Regel das politische, soziale, ökologische, ökonomische und technische Umfeld sowie – je nach Branche und Geschäftstätigkeit – auch weitere unternehmensspezifische Umfelder. Der langfristige Unternehmenserfolg hängt in entscheidendem Masse davon ab, ob es einem Unternehmen gelingt, Veränderungen in seinen Umfeldern frühzeitig zu erkennen und diesen adäquat zu begegnen. Daneben muss die Unternehmensstrategie die Anforderungen und Bedürfnisse derjenigen Personengruppen erkennen und berücksichtigen, die dem Unternehmen Ressourcen zur Verfügung stellen (Mitarbeiter, Lieferanten, Stakeholder).

2. Modellebene: Strategisches Kommunikations-Management

Auf der Ebene des strategischen Kommunikations-Managements geht es um die Planung und Steuerung der Kommunikation auf strategischer Ebene. Hier werden – abgeleitet von der Unternehmensstrategie – die übergeordnete Kommunikationsstrategie festgelegt sowie – abgeleitet von den Unternehmenszielen – die Ziele sowie das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens in der Kommunikation (die kommunikative Einzigartigkeit) definiert. Es gilt, eine genaue Analyse der Ausgangslage vorzunehmen, und die Kommunikation zu planen und zu kontrollieren. Das strategische Kommunikationsmanagement ist eingebettet in den organisationalen Rahmen, in dem die Rahmenbedingungen bestimmt sind oder werden, unter denen die Kommunikationsarbeit geleistet wird. Diese beziehen sich insbesondere auf Strukturen, Prozesse, Personal, finanzielle Ressourcen sowie die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern.

3. Modellebene: Operatives Kommunikations-Management

Die dritte Ebene des Modells befasst sich mit dem operativen Kommunikationsmanagement, das heisst mit der Einzelprojektplanung und operativen Durchführung von konkreten Kommunikationsprojekten. Die Basis dafür liefern die Elemente des auf Modellebene 2 erarbeiteten strategischen Kommunikations-Managements. Nun gilt es, ein Projektteam aus internen Mitarbeitenden und gegebenenfalls externen Kommunikations-Dienstleistern zusammenzustellen und eine finanzielle Projektausstattung zu sichern, die eine effiziente und effektive Projektdurchführung erlaubt. Die Aufgaben des Projektmanagements beinhalten die Initiierung, Planung, Durchführung und Steuerung des Projekts und das Sicherstellen, dass die Projektziele mit den vorgegebenen personellen, technischen, terminlichen und finanziellen Ressourcen erreicht werden.

(persönl. Anm.: Die AutorInnen betonen explizit, dass ihr wissenschaftliches Modell eine theoretische Darstellung der Realität ist, das nur die wichtigsten Aspekte eines bestimmten Sachverhalts abbildet, abstrakt und idealisierend ist und Raum für Interpretationen aufweist. Die im Modell dargestellten Ebenen und Phasen sollen den Kommunikationsverantwortlichen eine nützliche Anleitung sein, um Kommunikation als ganzheitliche und zentrale Managementaufgabe zu betrachten und zu entwickeln. Dabei müssen nicht immer alle im Modell aufgeführten Aspekte im Detail und in einer bestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden. Wichtig ist allerdings, dass die Modell-Nutzer ihre Entscheidungen bei der Kommunikationsarbeit bewusst treffen und dass sie die offensichtlichen Vorteile und erzielbaren Synergieeffekte dank eines umfassenden, ganzheitlichen und strukturierten Vorgehens bei der Kommunikation im Unternehmen erkennen.)

[Quellenangabe: Dieser Blog-Beitrag besteht größtenteils aus Zitaten ausgewählter Passagen aus einem Working Paper zum Modell des integrierten Kommunikationsmanagements von Sabine Einwiller und Norbert Winistörfer, Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Wirtschaft und Michael Boenigk, Hochschule Luzern – Fachbereich Wirtschaft. Die den Text näher erläuternden Abbildungen stammen aus ebendiesem Working Paper. Das gesamte Dokument zum Nachlesen gibt´s hier.]

Man kann nicht nicht erleben

Man kann nicht nicht erleben

Es gibt (mal wieder) einen neuen Trend im Marketing. Das so genannte Experience-Marketing stellt die Erlebnisse der Kunden rund um eine Marke oder ein Produkt in den Mittelpunkt. Das klingt logisch und nachvollziehbar, besonders da auf der anderen Seite die Customer-Journey in den Vordergrund rückt, bei der die KundInnen immer dort abgeholt werden sollen, wo sie gerade stehen. Werbeaussagen allein sind heutzutage einfach nicht mehr glaubwürdig genug.

Storytelling zieht sich als roter Faden durch das Drehbuch aller Marken-Botschaften. Das „neue“ Marketing geht weit über die reine Bewerbung von Produkten hinaus, hin zu dem, was KonsumentInnen wirklich erleben wollen. In einer Zeit, in der Produktmerkmale und Services schon lange nicht mehr ausreichen, um sich von der Konkurrenz abzuheben, braucht es neue Differenzierungsstrategien, um auf dem Markt erfolgreich zu sein. Apple hat das vielfach bereits eindrucksvoll vorexerziert und zeigt in der Werbung kaum mehr Spezifikationen und technische Details, sondern nur mehr das, was UserInnen mit ihren Produkten alles anstellen, tun und verwirklichen können.

Früher mag es ja hie und da noch gereicht haben, eines Aussage oder ein Versprechen zu treffen. Heutzutage muss die Markenkommunikation um eine thetralische Dimension erweitert werden. Die Botschaft wird dabei zur Inszenierung. Unterschiedliche Kommunikationsinstrumente werden zu einem fühlbaren Erlebnisraum verbunden. Der Erfolg der Erlebnis-Strategie hat auch neuropsychologische Gründe, da keine andere Werbemethode eine Marke so tief im Gedächtnis verankern kann, wie ein positives Erlebnis. Besonders wichtig ist dabei allerdings, dass den KonsumentInnen an jedem Punkt, an dem sie mit der Marke in Kontakt treten – also während der gesamten Customer-Journey – ein entsprechendes Erlebnis geboten werde, da jeder einzelne Moment von Bedeutung ist, in dem es zum Kontakt zwischen KundIn und Marke kommt. Erst die Gesamtheit aller einzelnen Erlebnisse schafft die tatsächliche Experience, die die KonsumentInnen in der Folge dauerhauft mit der Marke verbinden.

Der Fokus darf also (schon lange) nicht mehr nur auf die Erlangung von Aufmerksamkeit gerichtet werden, sondern muss gezielt auf das ausgerichtet werden, was danach passiert, denn an diesem Punkt entstehen Beziehungen. Red Bull ist ebenfalls ein Paradebeispiel gelungener Marken-Inszenierung. Diese Art des Marketings ist allerdings nicht nur großen Marken und Unternehmen vorbehalten. Experience-Marketing ist keine Frage des Budgets, sondern einzig eine Frage der Einstellung, der Unternehmens- und Markenphilosophie. Conclusio: „Beginne lieber gleich bewusst positive Erlebnisse bei jedem Kontakt mit deiner Marke zu schaffen, denn unbewusst tust du das sowieso!“

Arbeit neu denken!

Arbeit neu denken!

Als Einzelunternehmer genieße ich das ausgesprochene Privileg, tun und lassen zu können, was, wann, wo und mit wem ich will (oder nicht). Diese absolute Freiheit und Ungebundenheit hat immense unschätzbare Vorteile. Auf der anderen Seite ist mir aber auch klar, von nichts kommt nichts und selbst und ständig sind keine leeren Redensarten, sondern nackte Tatsachen in meiner Realität. Dennoch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass nur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung unabdingbare Voraussetzungen für ein erfülltes Arbeitsleben sein können. Grund genug, das System Arbeit von meiner Warte aus zu hinterfragen bzw. ein paar (durchaus kontroverse) Thesen in den Raum zu stellen.

Herkömmliche Arbeitsmodelle und Firmenkulturen halten mit den sich wandelnden Anforderungen nicht Schritt. Zu den größten Herausforderungen zählen die Digitalisierung sowie die Entwicklung neuer Konzepte. Die Kunst zukunftsfähiger Unternehmen wird es sein, weder rein betriebswirtschaftlich noch nur auf den Menschen zentriert zu denken. Es geht um Konzepte, die gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit und die Profitabilität steigern.

Grundbedürfnisse der modernen Arbeitswelt

Einige der wichtigsten Grundbedürfnisse, damit Arbeit als befriedigend eingestuft wird, sind Anerkennung + Respekt, Autonomie + Selbstbestimmung, persönliche Weiterentwicklung sowie soziale Eingebundenheit, Einfluss + Verantwortung. Zugesprochene Autonomie geht Hand in Hand mit einem Vertrauensvorschuss, der meist die intrinsische Motivation fördert und sich positiv auf das Arbeitserleben auswirkt. Autonomie kann aber auch überfordern und zu einem Rückgang des Engagements führen. Daher braucht es klare Grenzen. Beim Aspekt der sozialen Eingebundenheit sind neue Office-Konzepte gefordert, trotz zeitlicher und örtlicher Flexibilisierung Strukturen für informellen Austausch zu schaffen. Damit MitarbeiterInnen mehr Verantwortung übernehmen wollen, braucht es auch mehr Vertrauen und weniger Kontrolle.

Projektbezogene Zusammenarbeit

Menschen arbeiten heutzutage oft temporär bzw. unternehmensübergreifend zusammen. Sie werken nicht mehr nur primär für ein Unternehmen, sondern für eine coole, geile, abgefahrene Idee oder ein Projekt. Hierarchie, Organisationsrichtlinien, Arbeitszeitgesetze rücken in den Hintergrund. Die digitale Infrastruktur von Unternehmen wird dabei zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor. Menschen, die unterschiedliche Tätigkeiten zeitlich so integrieren, dass am Ende des Monats in etwa das Einkommen einer klassischen Vollzeitbeschäftigung entsteht. Es ist en vogue und manchmal leider einfach notwendig, mehrere Jobs gleichzeitig zu machen. Das ist einerseits bedenklich, schafft andererseits aber Unabhängigkeit vom klassischen Arbeitgeber.

Flexibilisierung von Arbeit und Freizeit

Entgrenzte Arbeitszeit führt zu einer subjektiven Wahrnehmung von mehr Arbeit und leicht zu einem Gefühl der Überlastung, obwohl sich die effektiven Arbeitsstunden pro ArbeitnehmerIn in den letzten 50 Jahren nicht sonderlich stark verändert haben. Die Verteilung der verfügbaren Zeit auf Arbeit und Freizeit kann – richtig eingesetzt – aber auch zu einer besseren Work-Life-Balance beitragen. Durch die permanente Verfügbarkeit haben wir alle das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Moderne Technologien erhöhen diesen Druck. Für viele bedeutet die zunehmende Flexibilität ein vermehrtes Arbeiten in die Freizeitstunden hinein, was unter anderem auch der Flexibilisierung der Arbeit geschuldet ist.

Arbeiten in der Wolke und Work-Life-Balance

Heute arbeiten wir schneller, flexibler und vernetzter und das zu jeder Zeit an jedem Ort. Moderne mobile Arbeitslösungen, der Zugriff auf die Cloud, machen’s möglich. Richtige Nutzung von IT-Lösungen kann unseren Arbeitstag erleichtern. Die Produktivität steigt, da man durch den Mobilitäts-Gewinnen den Zeitpunkt und Ort der Arbeit selbst bestimmen und sich so dem individuellen Produktivitätszyklus anpassen kann. Das kann große Vorteile im Hinblick auf eine verbesserte Work-Life-Balance bringen. Das Thema Cloud-Computing und mobiles Büro ist unumgehbar für modernes Arbeiten. Arbeiten von überall und der Zugriff auf die eigenen Geschäftsdaten von unterwegs wird immer unentbehrlicher. Lösungen gibt es viele. Es ist aber wichtig, diese für den eigenen Bedarf nutzbar zu machen und sinnvoll anzuwenden. Ich sage zum Beispiel oft und ganz bewusst: „Ich bin der Meinung, das Handy gehört mir und nicht ich ihm!“ Und damit ich das nicht vergesse, ist mein Mobiltelefon nahezu immer auf lautlos gestellt.

Arbeitsintensivierung und Möglich-Macher-Kulturen

Wir sind auf der Schwelle von einer stabilen zu einer instabilen Welt. Dies ist ein Stressor für die Lebensqualität jeder/-s Einzelnen. Durch die globalisierten Märkte wird das Konkurrenzdenken stärker und der Wettbewerb verschärft sich. Steigender Druck und Wettbewerb führen zu erhöhter Arbeitsintensivierung. Arbeitsintensivierung wird in der Regel als Belastung erlebt und in Dienstleistungs- und wissensbasierten Jobs subjektiv stärker wahrgenommen. Städte gewinnen weiter an Bedeutung. Dem steht der Wunsch nach urbanem und ökologischem Lifestyle gegenüber. Vernetzt, teamfähig, flexibel sind die Eigenschaften im digitalen Zeitalter. Es gilt in Lebensphasen zu denken, nicht mehr nur in Altersgruppen. Mobiles Arbeiten entzieht sich dem üblichen Kontrollmechanismen. Es funktioniert nur, wenn das Endergebnis zählt und der Weg dorthin der/m jeweiligen MitarbeiterIn überlassen wird. Gute Unternehmenskulturen sind Möglich-Macher-Kulturen, in denen Spaß an der Arbeit, Gestaltungsraum und Hausverstand zählen und die sich von den üblichen Standards nicht beeindrucken lassen.

Kennzeichen erfolgreicher Unternehmenskulturen

Als Merkmal für Unternehmen die ihre Kultur bereits gut in Richtung aktueller Rahmenbedingungen ausrichten, gelten Unternehmen, die die Vision und Strategie ihres Unternehmens hervorheben. Es ist gut, wenn MitarbeiterInnen die Werte und Visionen verstehen. Es wäre aber wichtig, wenn alle diese Vision auch als inspirierend empfänden. Erfolgreiche Unternehmenskulturen tun also gut daran, ihre MitarbeiterInnen stärker in die Entwicklung der Vision mit einzubinden. Denn was ausschließlich von oben kommt, deckt sich selten mit dem, was unten gelebt wird. (Zitat Peter Drucker:) „culture eats strategy for breakfast“. MitarbeiterInnen muss transparent gemacht werden, was ihr Anteil an der Nutzenstiftung für den Unternehmenserfolg ist. Daraus resultierende Erfolge soll(t)en natürlich auch gemeinsam gefeiert, honoriert und belohnt werden.

Begeisterungsfähigkeit in permanentem Beta-Stadium

Es gilt, den Stellenwert der Unternehmenskultur höher anzusetzen als bisher und ein Umfeld zu schaffen, das möglichst viele Menschen befähigt, ihre besten Seiten weiterzuentwickeln. Internal Branding richtet Kommunikation, Personalmanagement und Führung an den Kernwerten der Marke aus. Resonanz-, Gestaltungs- und Begeisterungsfähigkeit werden wohl die Schlüsselhaltungen sein, die man künftig entwickeln muss. Werte und Haltungen des Unternehmens müssen zu jenen des Mitarbeiters passen. Sonst kommt der Job nicht infrage oder man geht schnell wieder. Ein/e gute/r MitarbeiterIn bekommt anderswo einen besseren Job? Gratulieren, erbrachte Leistungen sichtbar machen, stolz sein und eine Abschiedsparty schmeißen. „Talente“ werden sich immer durchsetzen. Das sind diejenigen, die wach, aufgeweckt, unternehmerisch sind und das Leben in permanentem Beta-Stadium als inspirierenden Normalzustand empfinden.

(Anmerkungen: Nachdem man sich mit fremden Federn zwar durchaus schmücken, aber nicht mit ihnen fliegen kann – siehe Ikarus – möchte ich zu diesem News-Beitrag folgendes anbringen: In den Aussagen und Betrachtungen in diesem Artikel sind nicht nur meine eigenen Gedanken, sondern auch eine Zusammenfassung einiger Kernaussagen aus zahlreichen Beiträgen, die ich zu diesem Thema anderswo gelesen, zusammen gesammelt und neu aneinander gereiht habe enthalten.)

[Quellenangaben: APA; Deloitte-Report „Global Human Capital Trends 2016 – The new organization: Different by design“; Artikel: „DNA – DasNeueArbeiten – Sind Unternehmen reif für die neuen Arbeitswelten?“, in: Personalmanager 6/2015; Interviews mit Mag. Sabine Groblschegg und Mag. Barbara Covarrubias Venegas; Vortrag in der WK-Wien zum Thema „Arbeit im Wandel: Chance und Herausforderungen in der modernen Arbeitswelt“ von Univ.Prof. Dr. Christian Korunka – Institut für Angewandte Psychologie: Arbeit, Bildung, Wirtschaft, Universität Wien im Rahmen des uniMind|Projektjahrs 2015/16 zum Thema „Gesellschaft im Wandel“; „Führen mit Hirn – Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern“ von Sebastian Purps-Pardigol; „Content vor Kontrolle“, Gast-Beitrag von Karin Krobath in „Training. Das Magazin für Weiterbildung und HR-Management“, Nr. 4, Juni 2016, S. 42, zum Thema Employer Branding; „Das moderne Büro: Arbeiten in Wolken“ von Martin Zeiml, „Office 365 Cloud Adoption and Risk Report“ von Skyhigh Networks aus Artikel von Line od Biz, 2016, aus einer Microsoft Online-Befragungs-Zusammenfassung.]

Bitte keine Reklame!

Bitte keine Reklame!

Ich bin kein Freund von klassischer Werbung. Viel mehr noch, ich mag Werbung eigentlich gar nicht. Manchmal hasse ich sie richtig. Aber meistens empfinde ich Werbung einfach nur als lästig, nervig oder störend. Da wären die gefühlt ewig andauernden Unterbrechungen im Fernsehen an den unmöglichsten Stellen eines Filmes oder einer Serie. Oder die zahlreichen Pop-Ups, die sich ungefragt öffnen und über die gewünschten Inhalte legen, die ich gerade lesen möchte, wenn ich auf eine Website komme. Oder die unzähligen Sponsored-Link-Einblendungen auf facebook, unmittelbar nachdem ich mir auf Amazon etwas auch nur angesehen habe. Demnächst soll mich mein Handy automatisch darauf hinweisen, dass ich grad an einem Shop vorbei gehe, der genau das Produkt verkauft, wonach ich vor ein paar Tagen gegoogelt habe.

Ich will das alles aber nicht. Ich weiß selbst, was ich will – behaupte ich. Und darum mag ich keine Werbung – zumindest nicht auf diese penetrante Art und Weise. Ich mag allerdings gute Werbung. Ich liebe kreative, unterhaltsame, überraschende Spots, die mich zum schmunzeln, nachdenken oder lachen bringen. Und wenn die Information, die ich gerade brauche bzw. suche, als Werbung zur rechten Zeit am rechten Zeit auftaucht, dann finde ich das nicht nur gut und ausgesprochen passend, sondern zudem auch äußerst willkommen und sehr hilfreich. Genau darum geht es, meiner Meinung nach. Das macht wirklich gute Werbung aus. Und da gilt es, so manches anders zu machen und zu denken, als in althergebrachten Schemata und Denkmustern.

Ich denke, es gilt in allererster Linie, an der Strategie und an der Positionierung, am Kern der Sache, einer Marke, eines Produktes oder einer Dienstleistung anzusetzen. Denn wenn klar ist, wer angesprochen werden soll, haben wir eine Zielgruppe. Wenn klar ist, welcher Nutzen erfüllt wird, gibt es auch einen Kauf-Grund. Davon ausgehend wird alles weitere bedeutend einfacher. Nur Produkte, die (eigentlich) niemand braucht, die keinen spezifischen Zweck erfüllen, kein Problem lösen, keinen Mehr-Wert liefern, brauchen Werbung. Für alles andere sollte/n gesunder Hausverstand, gepaart mit grundlegendem Marketing-Know-How und strategische Kommunikation völlig ausreichen.

Interview mit mir

Interview mit mir

Wer bist du und was tust du?

Mein Name ist Helmut Holzdorfer. Mein Unternehmen heißt Fun and Suxess Communications und ist eine Event-, Werbe- & PR-Agentur, spezialisiert auf Event-Marketing und strategische Kommunikation. Die Events sind vorwiegend im Schul-, Firmen-, Freizeit- und Breiten-Sport angesiedelt.

Was ist strategische Kommunikation?

Kommunikation ist enorm vielfältig. Wir unterscheiden zahlreiche zum Teil hoch spezialisierte Disziplinen und es haben sich etliche neue Berufsbilder entwickelt. Es gibt so viele Teilbereiche, dass die Frage lautet: Wo ist die Gemeinsamkeit? Wie führen wir all das wieder zusammen? Die Lösung für diese Aufgabe liegt für mich in der Strategie und Positionierung eines Unternehmens. Nur wenn an dieser wichtigen Schnittstelle konsequent gearbeitet und gut geplant wird, ist eine stimmige und authentische Unternehmenspräsentation auch heutzutage noch gut möglich.

Und da setzt du an?

Genau. Ich fokussiere meine Arbeit auf drei unterschiedliche Bereiche: Marken-, Unternehmens- und Live-Kommunikation. Die Marke spiegelt Werte und Einstellungen wieder. Sie macht Unternehmen unterscheid- und unverwechselbar, sie gibt ihnen eine individuelle Note. Das ist enorm wichtig für die Identifikation, um spezifische Zielgruppen, Käuferschichten und NutzerInnen anzusprechen. Im Branding von heute liegt der Erfolg von morgen. In den Bereich der Unternehmenskommunikation fallen alle Maßnahmen, die die strategische Ausrichtung des Unternehmens betreffen. Ich plädiere stets dafür die PR-Abteilung möglichst nah an der Unternehmensführung zu positionieren, da von hier die größtmöglichen Effekte sowohl intern als auch extern zu erzielen sind. Und last but not least die Live-Kommunikation im Sinne von Events. Nirgendwo sonst können Botschaften so hautnah und erlebnisintensiv kommuniziert werden wie im direkten Kontakt vor Ort. Ein positives Erlebnis bleibt einem als schöne Erinnerung ewig im Gedächtnis. Das ist mit keiner anderen Disziplin, geschweige denn mit klassischer Werbung erreichbar.

Du sprühst ja richtig vor Begeisterung.

(lacht) Ja, ich bin wohl ein lebender Beweis dafür, dass Arbeit nicht nur Spaß machen kann und darf, sondern meiner Meinung nach sogar muss. Warum sonst sollten wir einen Großteil unserer Zeit damit verbringen? Meine Firma heißt nicht umsonst Fun and Suxess Communications. Man sagt ja: Was man gern macht, macht man gut und man muss selbst brennen, bevor man andere entzünden kann. Dem stimme ich vollinhaltlich zu. Ich will mit meiner Arbeit begeistern und anderen Freude bereiten, mit meinen Events und meiner Beratung. Fun and Suxess eben, sicher nie weniger als 100%.

Wie läuft bei dir ein Projekt ab?

Es beginnt immer mit einem persönlichen Gespräch, Kennenlernen, Beschnuppern, Abtasten. Wenn man sich sympathisch ist und einander vertraut, kann die Arbeit beginnen. Zu Beginn gilt es immer, das Wesentliche, den Kern zu finden, Darauf kann man fokussieren und den Rest der Arbeit ausrichten. Das ist bei Arbeiten im Auftrag der Kunden die selbe Vorgehensweise wie bei der Entwicklung eigener Projekte. Wenn man da klar und präzise ist, ergibt sich in der Folge sehr viel wie von selbst. Plötzlich fügt sich ein Baustein zum anderen, das Ganze nimmt Form und Gestalt an und ehe man sich´s versieht, ist etwas Neues geboren. Dieser Prozess dauert so lange, wie er braucht. Manchmal nur ein Gespräch, manchmal mehrere Monate. Das hängt natürlich auch immer davon ab, wie viele Ressourcen gerade zur Verfügung stehen. Ab dann ist es zumeist recht klar. Zuerst kommt Strategie, Positionierung, Zielgruppen, USP, Nutzen, Zieldefinition, dann Marke, Branding, Logo, Webdesign und bei (meinen) Events auch noch Terminisierung, Planung, Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung. In Kurzfassung, in etwa.

Wie machst du für dich selbst Werbung?

Eigentlich gar nicht. Ich werde zumeist weiter gereicht. Empfehlungen, sprichwörtliche Mundpropaganda ist ein ausgesprochen effektives Werkzeug in der Selbstvermarktung. Die kann man auch nicht verhindern, wenn die Arbeit, die man abliefert überzeugt und gut ist. Die Events sprechen für sich. Über die meisten meiner Events wird auch immer wieder in diversen Medien berichtet. Das wirkt sich natürlich auch positiv aus. Alles andere ergibt sich wieder aus dem klaren Fokus, den ich auch für mein eigenes Unternehmen entwickelt und gefunden habe, eine eindeutige und klare Positionierung.

Wofür steht nun Fun and Suxess Communications?

Also in erster Linie, wie gesagt, für die Vermittlung von Spaß an der Arbeit und freudvolles Miteinander im Tun. Ich unterstütze UnternehmerInnen gerne dabei, ihre Kommunikation stimmig zu ihrer Strategie und angestrebten Positionierung zu gestalten, um potentielle Zielgruppen, Nutzer, Käufer punktgenauer zu erreichen. Ein zweiter wichtiger Aktiv-Posten meiner Firma ist die Verwirklichung eigener Träume und Ideen in Form von Events auf Basis meiner eigenen, selbst gemachten Erfahrungen.

Das klingt spannend, was gibt es da zum Beispiel?

Gemäß meinem Werdegang verfolge ich zwei Schienen, Sport und Kultur. Als ehemaliger Volleyballer habe ich mich mit den BEACHGAMES voll und ganz dem Beach-Sport verschrieben. Allerdings nicht nur aus der Sicht von Beach-Volleyball, sondern sportartübergreifend, multisportiv und auch nicht nur aus Sicht des Spitzensportes, sondern besonders aus Sicht des Breitensports, sprich Schulsport und Firmensport. Da gibt es Events, de facto Turniere, die in unterschiedlichen Beachtrendsportarten real irgendwo statt finden und es gibt das Web-Portal, auf dem die dazu gehörigen Infos und der prall gefüllte Terminkalender stets online sind. Das Ganze ist eine große Bühne und Vermarktungsplattform für Beach-Sport in ganz Österreich. Wir stehen derzeit zwar noch ganz am Anfang, doch da sehe ich großes Entwicklungspotential. Als nach wie vor nebenberuflicher Liedermacher liegt mir der Sektor Klein-Kunst sehr am Herzen. Da schlummern das Liedermacher-Festival PeaX sowie der Kabarett-Brunch in der Schublade. Beides sehr spannende Projekte, die ich auch wahnsinnig gerne (am besten noch in diesem Leben) umsetzen möchte.

Hat dein Tag mehr Stunden als meiner?

Nein, leider nicht. Darum liegt das eine oder andere Projekt ja auch nach wie vor in der Schublade, anstatt bereits perfekt in Szene gesetzt und für einen großen Auftraggeber umgesetzt worden zu sein, aber vielleicht ändert sich das ja unmittelbar nach Erscheinen dieses Interviews? (lacht)

Ja, genau! Aber wer weiß? Auch weiterhin noch viel Erfolg!

Danke dir! Ich halt dich auf dem Laufenden.